Moment des Innehaltens   12741
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Location: Jüdischer Friedhof, Frankfurt am Main      by: Dieter Leimkötter
Area: Germany      Date: 25.09.2019
Alljährlich gedenken wir am heutigen Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Vertreibung. Ein wichtiger Tag. Denn nur wer die Erinnerung an die Gräuel lebendig hält, ist davor gefeit, die Geschichte nochmals zu erleben. Gerade in diesen Tagen, in denen ein nicht unwesentlicher Teil unserer Mitbürger die Geschichte wieder leugnen, Rassismus und Hass wieder Hoffähig werden. Was mir wieder etwas Hoffnung gibt, ist dass dieser Gedenktag wieder mehr wahrgenommen wird. In meinem Heimatort nehmen von Jahr zu Jahr mehr Bürgerinnen und Bürger an der Gedenkveranstaltung teil. Und darunter viele junge Menschen, die weit entfernt von den Grausamkeiten der Kriege sich dessen Opfer erinnern und sich dadurch dessen Bewußt werden, wie wunderbar es ist, in Freiheit und Frieden leben zu dürfen.

Dieses Bild entstand auf dem Jüdischen Friedhof in der Battonnstraße in Frankfurt am Main. Dessen Besuch ist zu den Öffnungszeiten des benachbarten Museums möglich. Der Schlüssel kann dort gegen Hinterlegung eines Personaldokuments ausgeliehen werden.

12 QF-Aufnahmen, Stativ ohne NPA, 30 mm (45 mm KB, Beschnitt auf ca. 60 mm), f/1,4, 1/250 s, ISO 100. Aufnahmezeit 17:30 Uhr.

Comments

wie schon von anderer seite geäussert. mann des jahres. danke für die schönen bilder und die einfühlsamen texte.
2019/11/17 15:53 , Christoph Seger
Das Gedenken an die Opfer von Krieg und Vertreibung war und ist aber in der Bundesrepublik Deutschland schon immer ein sehr einseitiges...
2019/11/17 18:54 , Heinz Höra
Diese Worte sind an Herrn H. gerichtet 
Ihr Kommentar zu diesem, wie ich finde, sehr würdevollen Panorama (inklusive des Begleittextes dazu) stimmt mich einfach nur traurig. Derartige Kommentare sind sicherlich der Hauptgrund, weswegen ich mich weitgehend aus dieser Community zurückgezogen habe.
2019/11/17 21:31 , Matthias Stoffels
Ein würdiges und sehr nachdenklich stimmendes Bild.

... der 2.Kommentar ist schon fast unerhört. Wer oder was ist denn damit gemeint ? Mir scheint, dass bei manchem Foristen, aber lassen wir das - keine Bühne geben. Wenn der 2.Kommentar nun gelöscht werden sollte meine ich nicht den von M.S.
2019/11/17 22:35 , Hans-Jürgen Bayer
Die gegensätzlichen Ansichten von M. Stoffels und mir zur Geschichte und dem Handeln der Bundesrepublik Deutschland zeigten sich wohl erstmals deutlich bei der Diskussion zu meinem Panorama Nr. 19930 vom Juni 2016.
Seitdem hat sich dieser Gegensatz weiter verstärkt, indem Herr Stoffels sich bei Panoramen mit ähnlicher Thematik mehrmals so wie jetzt hier mir gegenüber geäußert hat, z. B. bei meinem Panorama Nr. 24473.
2019/11/17 22:58 , Heinz Höra
Am heutigen Tag erinnern wir an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen. Dieses zum Gedenken an diesen Tag gewidmete Panorama hat einen solchen Kommentar (damit meine ich auch den Zweiten!) nicht verdient.
2019/11/17 23:08 , Werner Schelberger
Thanks Dieter for this.
2019/11/18 00:00 , Giuseppe Marzulli
Was ich glaube, äußern zu sollen: 
1. Von überprüfbarer Faktenlage abgesehen - und dieses relativ sichere Feld verläßt man in unserer komplexen Zeit immer schneller - gibt es fast immer mehr als eine Wahrheit, weil jeder, der sich auf dem Fundament vermeintlicher Objektivität einen Standpunkt erarbeitet, auf eben diesem Fundament letztlich ein subjektives Gebäude baut. Echte Objektivität im Alltagsmiteinander echter Menschen halte ich für einen schönen, unerfüllbaren Wunsch: Wir schauen alle durch die Brille unserer Prägungen und Erfahrungen und sehen den Anderen so, wie er FÜR UNS ist, kaum wohl so, WIE ER IST. Wie der Andere sich selbst sieht, können wir in guten Fällen allenfalls ahnen; dies setzt allerdings gegenseitige Kenntnis voraus, wie sie mittels Teilnahme an Online-Foren naturgemäß nicht zu erwerben ist.

2. „Unser menschliches Jahrhundert herbeizuführen haben sich – ohne es zu wissen oder zu erzielen – alle vorhergehenden Zeitalter angestrengt.“, sagt Friedrich Schiller in seiner Antrittsvorlesung als Professor der Universalgeschichte an der Jenaer Universität. Für uns Heutige gehört zu einem "menschlichen Jahrhundert" sicher, daß man eine nach Punkt 1. mühsam erreichte Meinung stets vertreten und äußern dürfen muß - nicht weniger, aber auch keinesfalls mehr. Problematischerweise sind die Menschen verschieden, siehe Punkt 1, und bei der Einschätzung, wann was angemessen ist, gilt schon wieder Punkt 1. Die um sich greifende Schwierigkeit, dabei Fakten und Meinungen zu unterscheiden, hat mit der großen modernen Informationsflut zu tun - Zu viel zerreißt den Sack - , mit für die schiere Menge zu geringer Sich-Informier-Kapazität des Einzelnen - so jedenfalls bei mir - , und, der Leser ahnt es: mit Punkt 1.

3. Bei Vorhandensein von gewinnendem oder dominantem Wesen, von rhetorischem Talent oder Kaltschnäuzigkeit, von Empathie oder Rücksichtslosigkeit kann es bestenfalls gelingen, andere Menschen zu beeinflussen. ÄNDERN kann man einen Anderen nicht, ändern kann man nur sich selbst. Und das ist schwer genug.

Ich bin einerseits unsicher, ob es sich lohnt, andererseits so frei, dies als Denkanstoß beizufügen, aus der momentanen Bauphase meines eigenen subjektiven Gebäudes.
Daß ich das Anliegen von Bild und Text sowie den Zeitpunkt der Veröffentlichung voll unterstütze, sei unbedingt ergänzt.
Es grüßt Wolfgang
2019/11/18 05:06 , Wolfgang Bremer
Was kann und was darf Fotografie 
Warum wir uns in diesem Forum zusammenfinden, ist klar. Wir brechen aus dem klassischen Bildformat aus und finden auf dieser Plattform eine Möglichkeit, Bilder zu präsentieren, die halt ein mal ein wenig breiter sind, das die Sensorgröße vorgibt. Warum wir uns nicht mit den Einzelbildern genügen wollen, ist, denke ich, auch klar. Panoramafotografie stellt das Ganze dar und ist damit mehr als die Summe der Einzelaufnahmen. Damit stellen wir auch den Zusammenhang der Einzelbilder her.

Natürlich haben unsere Bilder ein Motiv, denn ohne Bildaussage bleibt es beim "ist ja ganz nett". Diese Bildaussage kann einfach, sie darf aber auch schwierig sein. Bei der Betrachtung der hier eingestellten Bilder freue ich mich über Erklärungen, die der Fotograf zum dargestellten Motiv abgibt. Manchmal ein kurzer Reisebericht, manchmal aber auch etwas vertiefend zum Inhalt des Bildes.

Ich freue mich, wenn über Bilder, aber auch über die Erläuterungen diskutiert wird. Natürlich kann man hier geteilter Meinung sein. Und das ist auch gut so. Hätten wir alle die gleiche Meiniung, dann wären auch die Bilder alle gleich, und das wäre nun wirklich langweilig.

Bei allem Disput wollen wir doch nicht den Fehler machen, der heute in Internet zu häufig gemacht wird. Sachlichkeit, Redlichkeit und respektvoller Umgang miteinander sollten Leitgedanken unserer Diskussionen sein. Wohin das alles andere führt, dass sieht man sowohl bei vielen Bildern noch Heinz, wie auch von Bildern, die ich für wichtig halte und sie deswegen gerne in Form von Panoramen hier zeige.

Dieter Leimkötter

P.S.: noch ein paar Worte zum Bild selbst: Der jüdische Friedhof liegt inmitten der Stadt Frankfurt. Ihn umgeben zahlreiche Gebäude, die den Betrachter auch gerne mal ablenken. Ich habe daher bewußt eine für Landschaftsfotografie untypisch offene Blende gewäht und den nur kurzen Schärfentiefebereich auf die Grabsteine des Mittelgrundes gelegt.
2019/11/18 15:26 , Dieter Leimkötter
Stilvoll
Respektvoll
Würdig!
2019/11/18 19:26 , Walter Schmidt
Schließe mich Walter an und möchte ergänzen: Hervorragende Bildgestaltung, guter Schnitt - gibt dem Bild etwas Besonderes, das auf der kleinen Vorschau nicht zu erwarten ist.
2019/11/19 19:44 , Michael Bodenstedt
Dieter, ich finde, es ist ein bezauberndes Bild - auch wenn dieser Ausdruck vielleicht nicht ganz zu deiner durchaus treffenden Bildunterschrift und der anschließenden Diskussion passt.
2019/11/26 21:01 , Leonhard Huber

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