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Nach einer ausgedehnten Regenperiode riss plötzlich bei windigem Wetter der Himmel auf. Ich hoffte auf ein unerwartet auftauchendes kleines Fenster guter Fernsicht und wurde nicht enttäuscht.
Da es allerdings schon spät am Nachmittag war, wurde die Liste der kurzfristig erreichbaren Ziele stark eingeschränkt.
Topografisch bedingt, herrschen bei uns am Rande des Pfälzer Waldes die Sichten nach Osten vor. Ich wollte allerdings nach langer Zeit mal wieder den Westhorizont dokumentieren. Der hier gezeigte Schänzelturm bot die einzige leicht und gut erreichbare Möglichkeit.
Der Schänzelturm hat seinen Namen von einer Schlacht in den französischen Revolutionskriegen, bei der vor Ort befestigte Schanzen angelegt wurden.
Rein nominell ist der Schänzelturm der höchst gelegene Aussichtsturm des Pfälzer Waldes. Aber wie das so mit Statistiken ist, es sagt nicht immer alles aus. Die Kalmit und andere Berge sind höher, bieten aber keinen Aussichtsturm. Der bekannte Luitpoldturm ist 4m niedriger, aber bietet eine um 30m höhere Aussicht auf der Turmspitze.
Aber egal - an diesem Tag reichte das kurze Fernsichtfenster aus um alle dort sichtbaren Gipfel zu dokumentieren. Die Sicht geht dabei weit in die Vogesen, den Pfälzer Wald und das Elsass hinein. Es sind auf dem knapp 85 Grad messenden Sichtfenster wirklich hunderte von Gipfeln zu sehen. Alle zu beschriften ist fast unmöglich, aber ich werde mein bestes tun um möglichst viele davon zu beschriften!
Links und rechts habe ich mit Absicht nicht beschnitten, da ganz am sichtbaren Rand noch ein paar Aussichtspunkte sichtbar sind, die ich nicht beschneiden wollte.
Zusammengesetzt aus 41 QF-Aufnahmen
Sony Alpha 77 II
Tamron 70-300 USD
Brennweite 300mm
Blende 5,6
ISO640
1/100sec
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Comments
danke für deine Anmerkungen.
Den Bildschnitt habe ich so gewählt um wirklich alles an sichtbaren Bergen zu zeigen. Mir geht das Dokumentarische hier klar vor dem Ästhetischen.
Zur Blende: es war sehr windig vor Ort, zudem war die Sonne schon unter gegangen. Um Verwacklungen zu vermeiden, blieb mir kaum eine andere Wahl. Ich hätte zwar eine höhere ISO nehmen können, dies wollte ich aber nicht um Bildrauschen zu vermeiden.
Scharf gestellt wurde manuell mittels Fokusvergrößerung auf entfernte Berge.
Hyperfokale Distanz ist etwas, um das ich mir noch relativ wenige Gedanken gemacht habe. Gerade auch bei Fernsichtpanoramen. Mich persönlich hat auch ein unscharfer Baum im Vordergrund nie gestört und deswegen ist dies für mich nie eine große Überlegung wert gewesen. Aber trotzdem ist es wert, bei der nächsten Fernsicht Vordergrundbäumen einen Versuch der Abhilfe zu schaffen. Gerade solche Tipps bringen mich weiter!
Das nachträgliche Einbauen scharf fotografierter Bäume wird wohl mein momentan genutztes Stitching-Programm Hugin nicht mitmachen.
Aber ich denke die vordersten Äste sind so nah, dass man die nicht scharf bekommt.
Um die Tiefenschärfe und den Bereich zum scharfstellen unterwegs einzuschätzen verwende ich die app DOF Calculator. Wenn es sehr kalt und stürmisch ist, spare ich mir das allerdings.
Mir hat es geholfen, einmal an einem bestimmten Punkt der Wanderung die Theorie auszuprobieren. Die Entfernungen zu den nächsten Bäumen und den folgenden Objekten kann man vorher auf googleearth messen.
Wenn man das ein paar mal gemacht hat bekommt man langsam ein Gefühl dafür, wie sich die Kamera/das Objektiv in Grenzbereichen verhält.
Grüße Steffen
Und, falls man Zusatzaufnahmen macht, dann würde ich die nicht mit in den Stitcher nehmen sondern in das fertige Panorama kopieren.
Dies kann ich in der Praxis bestimmt gut gebrauchen!
Eines ist mir allerdings zu hoch: manchmal verstehe ich nicht, wie manche Panos gehypt werden, ander widerum fast zerissen werden.
Das Pano hier ist technisch schwierig, zeigt detailreich alle sichtbaren Berge, hat so gut wie keine Vignettierungen und war mit über 40 Bildern nicht einfach zu bearbeiten. Zudem wurden in Kleinarbeit an die 90 Berge beschriftet. Im Gegensatz dazu gibt es etliche einfache Panoramen die technisch erheblich weniger Anspruchsvoll sind sofort gehypt werden (um mal diesen Ausdruck zu verwenden).
Da vergeht mir manchmal die Lust, Bilder einzustellen.
Kommt es mehr auf die Schönheit der Bilder an? Sind solche breiten Panoramen nicht gefragt wenn sie nicht vom "harten Kern" alteingesessener und etablierten User kommen kommen? Ich weiß es einfach nicht ....
ja - das kam durch eine Anhebung des Mitteltonkontrastes. Ich wollte die Berge ganz im Hintergrund etwas klarer hervor heben.
...nicht so ungeduldig! Damit ein Pano vier Sterne bekommt, muss es für die meisten Bewerter technisch absolut einwandfrei sein. Bei Dir steht meiner Meinung nach ganz klar das Hervorheben der Fernsicht im Vordergrund. Das ist verständlich, aber eben nicht für alle das Wichtigste. Mich persönlich interessieren Motive mit Fernsichten besonders. Dennoch gebe ich, wie viele andere auch, die 4 Sternchen für banalere Motive, wenn sie von Stimmung und Technik her einwandfrei sind, immer natürlich mit einer subjektiven Note.
Als Dokumentation des Standorts finde ich dieses Pano sehr gut - für 4 Sternchen stört mich aber v.a. der Saum. Dennoch schaue ich mir diese "Dokumentationen" mit Begeisterung an. ...und das mit der technischen Komponente entwickelt sich bestimmt von Pano zu Pano :)
LG Jörg
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