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Sag mir, wo die Touristen sind,
wo sind sie geblieben?
Dies Pano aus analogen Mittelformat-Dias 6x7cm entstand in einer düsteren Phase Argentiniens: Brutale Hyper-Inflation um den Beginn der 1990er-Jahre. Das Land verarmte, die Miradores der Aussichts-"Balcóns" vor dem Perito-Moreno-Gletscher sind hier leer, heutzutage unvorstellbar. Es gab keine Unterkunft (ich durfte in einer Baracke auf Bettgestell ohne Matratze nächtigen). Keine Cafeteria wie heute, mit edlen Weinen zum Ausblick. Die Zufahrt war grausam schlecht, aber immerhin kostenlos (heute ca 50 €/Tag). Alles wirkte sehr authentisch, als hätte man den Gletscher grade eben entdeckt.
Wer oder was ist Perito Moreno? Übersetzt wäre es der "Fachmann-Braun-Gletscher". Benannt ist das Eisfeld jedoch nach einem Anden-Pionier.
Der Gletscher schiebt sich Großen Patagonischen Eisfeld aus knapp 3.000 m Höhe hinab zum Lago Argentino, wo die um 60 (!) m hohe Zunge den Boden unter den Fußen verliert und abbricht, der Gletscher kalbt. Das zu fotografieren ist schwierig und erfordert viel Zeit und Geduld. Die Eis-Front ist ca. 5 km breit. Wenn man den "Kanonendonner" des Absturzes hört, ist das Schauspiel schon fast vorbei. Ich wollte als Zusatzbild eine solche Kalbung anfügen. Das hätte jedoch das Hauptbild zu klein erscheinen lassen.
Die abgestürzten Eisgiganten landen zuletzt im "Canal de los Témpanos", dem Wasserarm der Eisberge.
Das ungewöhnlich strahlende Licht sorgt für enorme Kontraste zwischen hellen Schnee/Eisflächen und den dunklen Bergflanken.
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Comments
Eine interessante Beschreibung, wenn man an unsere schmelzenden Alpen denkt.
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