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Am 18.01. um 19:09 Uhr MEZ entlud sich die Sonnenfleckenregion 4341 aus einer hoch komplexen beta-gamma-delta Konfiguration in einem X 1,95-Flare. Dies triggerte einen koronalen Masseauswurf, der bedingt durch die Lage des Ausbruchgebietes eine deutliche erdgewandte Komponente aufwies.
Auf der NOAA-Seite wurde bereits kurz darauf prognostiziert, dass es zu einem solaren Sturm kommen kann, der mit einer Stärke von G4, der zweithöchsten der fünfteiligen Skala, am 20.1 gegen 2:00 Uhr MEZ sein Maximum erreichen sollte. Da die Weltraumwetterprognosen doch noch viel unsicher sind, als die irdischen Wetters verfolgte ich die Polarlichtaktivität unter anderem auf der Webcam der Zugspitzbahn. Gegen 22:00 Uhr zeigte sich hier eine deutliche, rasch verstärkende Aktivität. Meine Fotoausrüstung hatte ich schon bereit gelegt und war kurze Zeit später unterwegs zu dem Spot, von dem ich mir eine geringe Lichtverschmutzung erwartete. Schon vor meiner Haustüre sah ich ein rötlicher Schein am Nordhimmel. Am Ziel angekommen präsentierte sich der Nordhimmel als fahlgrün wabernde Masse mit rötlichem Schein darüber. In der Kamera zeigte sich die volle Pracht und Ausdehnung des Polarlichtes. Ich war gerade dabei, die erste 360er-Serie abzulichten, als sich plötzlich smaragdgrüne Lichtbänder innerhalb des roten Scheines zeigten. Rasch fluktuieren, pulsierend von Nordost nach Südwest ausbreitend huschte dieses Licht über den Himmel. Immer südlicher breitete sich die Aurora aus. Direkt über mir tanzte es, zeitweise sogar südlich von mir. Das flackernde Licht hielt für ca. eine Stunde an. Es folgte dann wieder eine Phase mit den Lichterscheinungen, die ich bereits bei Eintreffen vorfand. Gegen 23:30 Uhr machte mich mich wieder auf dem Heimweg, überwältigt von dem, was ich soeben erleben durfte. In der Auswertung des Ereignisses stellte ich fest, dass ich zufälligerweise den Höhepunkt dieser Aurora live miterlebte. Ein Moment, der in unseren Breiten wahrscheinlich nur einmal im Leben so erfolgt. Die aktuelle Aktivitätsphase unserer Sonne hat mit Umkehr des Magnetfeldes im vergangenen Jahr sein Plateau erreicht. In diesem Jahr wird es sicher noch den eine oder anderen heftigen Masseauswurf geben, ob die Bedingungen wieder so optimal waren, wie an diesem Abend, ist wenig wahrscheinlich. Es war vielleicht ein Augenblick, den man so nur einmal erlebt. Im diesem Pano zeige ich den Beginn dieser fulminanten Lightshow. Im weiteren erstellte ich eine Zeitrafferaufnahme. Ein Pano in der Hochphase der Aktivität hätte wahrscheinlich nicht funktioniert, zu rasch wechselte der Himmel. 13 HF-Aufnahmen, Stativ, 11 mm (16,5 mm KB, beschnitten auf ca. 25 mm), f/2,8, 5 s, ISO 1.000. Das Pano ist ja nur eine kurze Momentaufnahme, wie im Titel vermerkt, vor der Show. Diese ist als kurze Zeitrafferaufnahme abrufbar unter: https://youtu.be/YSDLvZBxPRE |
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Comments
LG Jörg
@Peter: Danke für den Hinweis zum Datum. Ist korrigiert.
@Jörg B.: Es freut mich, dass ich mit meinen Post dir und deiner Tochter einen ebenso einzigartigen Abend beschert habe. Polarlichtvorsagen sind sehr unsicher, ich bin froh, dass es diesemal so eingetroffen ist.
Der von dir angesprochene Streifen ist tatsächlich so gewesen und auch im Einzelbild sichtbar. Die Stitchprogramme hatten mit den rasch wechselnden Lichtern so ihre Probleme. Lightroom vernähte nur 5 der 13 Bilder, Photoshop kapitulierte vollständig. Hugin fand zu wenig Kontrollpunkte, das Ergebnis war entsprechend. Da ist gut, wenn man PSP auf dem Rechner hat.
Wer diese Stunde im Zeitraffer genießen will, der darf gerne auf Youtube reinschauen: https://youtu.be/YSDLvZBxPRE
Der Link ist auch in der Bildbeschreibung eingefügt.
Grüße,
Dieter
LG Jörg
Grüße aus den Niederlanden.
Ich habe dieses Mal keine Ausrede, warum ich es selber nicht eingefangen konnte. Du hast uns perfekt darauf hingewiesen und schon am Abend gegen 22:00 Uhr häuften sich die Sichtungen und Bilder in den sozialen Medien. Man hätte dazu nicht mal länger aufbleiben müssen.
Immerhin hast du für uns das geniale Schauspiel festgehalten, danke dafür.
Gruß
Lukas
Lukas, am besten guckst du täglich, was hier gepostet wird. Gut wäre jetzt noch, wenn Wilfried ebenfalls mindestens 5 Stunden vorher hier schreibt, dass es in Südbayern beste Fernsicht geben wird.
Ich schaue aktuell mehrmals in der Woche ins NOAA-Space-Weather. Bei markanten Ausbrüchen, den X-Flares, verfolge ich dann in kürzeren Abständen die Entwicklung. Schlussendlich packe ich die Kamera ein, wenn die Zugspitz-Webcam Nord pinkfarbene Lichter am Himmel zeigt.
@Jörg B: Polarlichter sind grundsätzlich lautlos. In einer Höhe von 50 - 400 km ist die Luft viel zu dünn, um Schallwellen, sollten sie durch die Kollision der Teilchen verursacht werden, weiterzutragen. Im Prinzip handelt es sich um eine schnöde Gasentladung, wie sie ich jeder Neonröhre abläuft. Das entstehende Plasma sendet bei der Rekombination Licht aus. Und Leuchtstoffröhren machen glücklicherweise ja auch keine Geräusche.
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