An der letzen Kalk-Klippe   102303
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Details

Location: Eichkogel / Südhang (316 m)      by: Christoph Seger
Area: Austria      Date: 2013-09-24
Der Blick geht über das Wiener Becken. Ich stehe am Südhang des Eichkogels, des wunderbaren Hügels am äußersten Rand der Alpen - fast hätte ich dieses Bild auch auf ap gepostet. Hier haben sich die Wellen des pannonischen Meeres gebrochen, ich stehe an einem Strand.

Die Thermenlinie ist die scharfe Grenze zwischen dem Kalk-Wienerwald und der schlottrigen Ebene des Beckens. Hier an dieser Grabenbruchlinie, welche ihren Namen von den vielen bereits seit römischer Zeit genutzten Thermalquellen hat (hier ist eine Parallele zum Grabenbruch des Rheins mit den Orten Baden vs. Baden-Baden - die Namensverdoppelung führt zu Mondänität!) wächst der Wein, den ich unlängst bei einem Bild aus der Wachau erwähnt habe – der Rotgipfler und auch der Zierfandler – beide untrennbar mit dem Ort Gumpoldskirchen verbunden. Südlich von Baden liegt dann Soos, welches sich bereits dadurch schöne Rotweine auszeichnet. Zur Gunstlage werden diese Hänge nicht nur durch den Boden, das bereits kontinental geprägte Klima und die Abtrocknung von Regenfronten am Wienerwald sondern auch durch die Thermik welche vom Anninger, dem Hoher Lindkogel, dem Pfaffstättner Kogel und anderen Hügeln und Ketten dergestalt weht, dass frühe oder späte Fröste keine Chance haben.

In der Ebene mischen sich Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und natürlich auch wieder der Weinbau – hier dominiert mittlerweile der Rote – er lässt sich besser verkaufen. Am Horizont die Hainburger Berge, bei besserem Licht auch nördlich davon der Thebener Kogel, welcher schon zu den kleinen Karpaten zählt. Der breite Rücken des Leitha-Gebirges geht über in die Bucklige Welt hinter welcher der Hochwechsel schon als deutlich alpinere Züge trägt als die Hohe Wand, dieses Kletterparadies der Wiener, die hier gerade noch sichtbar ist.

Botanisch gesehen stehe ich an einem bemerkenswerten Punkt und hier müsste Wilfried M. zu lauschen beginnen: Hier beginnt das Pannonikum. Der Eichkogel ist ein Naturschutzgebiet vom Feinsten, hier und in den umliegenden Wäldern in denen sich Pannonisches mit „Konventionellem“ erfrischend mischt und mit dealpinen Einsprengungen gewürzt ist, habe ich floristisch krabbeln gelernt, was aber bereits recht lange her ist. Leider darf in diesem Zusammenhang auch nicht die Tatsache unter den Tisch gekehrt werden, dass es im beginnenden 21. Jhdt. zu einer unglaublichen Verwahrlosung dieser so fragilen Paradiese gekommen ist. Sie zählen einfach nichts mehr, die Ignoranz von Volk und Volksvertretern ist schier unglaublich.

Summa Summarum: Meine Heimat.

Technisches:
16:53 MEZ
35 HF RAWs / Canon 550D @ 63 mm
f/11, 1/100-1/200, ISO 100
DPP, Hugin, PS, Gimp.

Ortsbeschriftungen: So gut es gegangen ist. Sollte ich mich geirrt haben, bitte melden!

Comments

herrlich auf den Punkt gebracht! eine Landschaft, die ich in meiner Studienzeit wohl zu wenig besucht habe....LG, Michi
2013/10/13 21:47 , Michael Strasser
Sehr interessant und auch sehr schön, deine Präsentation deiner Heimat.
2013/10/13 22:51 , Jens Vischer
Eine herrliche Landschaft auf deinem Panroama, Christoph. Dazu der schöne Sonneneinfall.
Ich wollte so gerne in diesem Herbst wieder mal durch Weinberge gehen, aber ... nun muß ich mcih an Bildern gütlich halten.
2013/10/13 23:30 , Heinz Höra
Eine ganz hervorragende Präsentation dieser eindrücklichen Landschaft!!!

... extra gewartet, bis die Südbahn vorbeigefahren ist und vorab den Fahrplan studiert ;-) - oder eher zufällig dieses sehr charmante i-Tüpfelchen "erwischt"? LG Hans-Jörg
2013/10/14 12:22 , Hans-Jörg Bäuerle
From your Vienna pano on ap I found out that only 2 panos are from Wienerwald. Thus, this could boost the ap Wienerwald list with 50%! No, seriously, I hope that you (and others) can broaden our horizons from this wonderful place also. LG Jan.
2013/10/14 16:06 , Jan Lindgaard Rasmussen
Schönes Beispiel, dass man auch bei quasi "Null Sicht" Landschaftspanos erstellen kann. Die Stimmung muss dann überzeugen, so wie hier.
LG Jörg
2013/10/14 20:24 , Jörg Nitz
Schöne Darstellung, auch textlich, obwohl ich nicht ganz verstehe, wie Thermik Fröste verhindern soll. Was das Pannonikum angeht: einzelne Pflanzen, die in diesem Florenreich ihren Schwerpunkt haben, reichen auch bis in die fränkischen Trockengebiete. Aber gewiss: da bist Du in einer botanisch spannenden Gegend zu Hause. LG Wilfried
2013/10/14 22:18 , Wilfried Malz
Servus Wilfried 
Ich habe mir deinen Kommentar zu Herzen genommen und recherchiert. Den Fallwinden des Anningers wird im pannonisch-heißen Sommer nachgesagt auf Grund der Kühlung für ausgeglichenere "fruchtiger Säurebildung" zulassen. Andere sprechend davon, dass diese Winde die Trauben nach Niederschlägen rascher abtrocknen lassen, bei wieder anderen wird der Fallwind als "wärmendes Elemen" angesprochen, das liest sich dann z.B. so "Klimatisch begünstigt durch die warmen Fallwinde und die wärmespeichernden, kalkhaltigen Böden, geschützt durch den Berg und oberhalb gefährdeter Frostlagen reifen hier die Trauben" [Quelle: www.weingut-biegler.at/weingut/]. Hier wird also davon gesprochen, dass im Becken selbst mit Frost zu rechnen ist, während der Hangfuß eine Gustlage darstellt.

Hinsichtlich der Flora ... Ich war wirklich erstaunt zu sehen, wieviele der Florenelemente, welche ich aus Niederösterreich kenne bei dir in den Alb-Fotos aufgetaucht sind.

Herzlichst Christoph
2013/10/14 22:40 , Christoph Seger
Heimat mit angeschlossenem Weinanbau. Das klingt gut!
2013/10/17 21:34 , Matthias Stoffels
Weinberge im Herbstlicht - ein wunderbares Motiv. Und dann noch mit soviel ergänzender Ortskenntnis - hochinteressant. VG Martin
2013/10/30 19:31 , Martin Kraus

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Christoph Seger

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