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Zum Tag des offenen Denkmals möchte ich dieses Werk vorstellen. Nicht nur als Pano mit Fernsicht auf ein großes Stück weißer Landkarte auf PP, sondern auch des Vordergrundes wegen. Ein Stück Industriekultur, leider mit schlechtem Ruf. Ein Teil der Bauwerke wird es in Kürze nicht mehr geben.
Wer kennt diesen Ort? Ich stehe hier auf dem Dach der Müllverbrennungsanlage Helmstedt, die auf dem Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks Buschhaus inmitten des Helmstedter Revieres. Noch stehen die Gebäude des alten Braunkohlekraftwerkes, der ca. 160 m hohe Kühlturm ist auf dem Bildausschnitt zu sehen. Zur 2016 stillgelegten Anlage gehört neben dem ca. 170 m hohen Kesselhaus der mit 307 m Höhe höchste hierzulande betriebene Schornstein. Bis 2020 gehörte das Kraftwerk zur Notreserve der Stromerzeugung, wobei im Zeitraum von 2016 bis 2020 Kohle aus dem Lausitzer Revier zugefahren werden musste. Immerhin schluckte die Anlage 6.000 t Braunkohle pro Vollasttag. Da die Kohle des Helmsteter Reviers enorm viel Schwefel enthielt und die zur Betriebsaufnahme im Jahr 1985 amtierenden Bundes- und Landesregierungen eine Rauchgasentschwefelung ablehnten, weil "nicht dem Stand der Technik entsprechend". Die Problemlösung war der hohe Kamin, der den Dreck weiträumig verteilte. Die Lage an der innerdeutschen Grenze wurde hier schamlos ausgenutzt, die Hauptmenge der Schadstoffe wurden über den Luftweg exportiert. Buschhaus war in den Medien die Dreckschleuder der Nation. Das Kraftwerk trug zu 0,4 % der Stromproduktion bei, verursachte aber 6 % der Emissionen. Von den Tagebauten des Helmsteter Reviers ist hier lediglich die "Treue" zu sehen, die während des Kraftwerksbetriebes als Aschespülfeld genutzt wurde und nun rekultiviert wird. Auf dem Kraftwerksgelände haben sich zwischenzeitlich eine Müllverbrennungsanlage und eine Klärschlammverbrennungsanlage angesiedelt. Der Kamin, der das Bild links begrenzt, gehört zur Müllverbrennungsanlage. Der höchste Schornstein Deutschlands würde den PP-Rahmen bei weitem sprengen. Apropos sprengen: in zwei Jahren soll das ehemalige Braunkohlekraftwerk rückgebaut werden. Die Sprengung von Kühlturm, Schornstein und Kesselhaus sind bereits in Planung. |
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Comments
Das Pano ist mir aber deutlich zu gelb entwickelt.
LG Jörg
@ Matthias: In Grafenrheinfeld sind die Kühltürme bereits gefallen.
@ Peter: guter Ansatz, wenngleich mein Aufnahmeort nicht in den neuen Bundesländern liegt.
@ Christoph: heiße Spur, das mit der Kohle
LG Hermann
P.S. Die Gelbfärbung hat sich in meinen Augen nicht verändert. Das Pano ist aber jetzt exakt im Lot.
LG Jörg
Ist das Bild zu warm entwickelt? Möglicherweise, aber wir hatten an diesem Vormittag in der Region einen deutlichen Anteil an Saharastaub in der Luft.
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