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1 Gyeongui Line
2 MDL (ungefähr)
3 Gaeseong Industrial Complex
4 MDL (ungefähr)
5 Sacheon River
6 Flag Pole (DPRK)
7 Propaganda Village
8 Flag Pole (ROK)
9 Richtung Panmunjeon

Details

Location: Dora Observatory (80 m)      by: Hans-Jürgen Bayer
Area: Korea, Republic Of      Date: 15.03.2009
Entlang dieses Breitengrades verläuft etwa die Waffenstillstandslinie (MDL, Military Demarcation Line) zwischen Nord- und Südkorea, welche heutzutage als de-facto Grenze beider Staaten gilt. Diese Grenzlinie wird zusätzlich durch eine 2 Kilometer breite Pufferzone jeweils nach Norden und Süden begleitet und zeigt letztlich den Frontverlauf am 27.Juli 1953, dem Tag des Waffenstillstands. Beide Konfliktparteien kamen im Waffenstillstandsabkommen überein sich jeweils 2000m zurückziehen. Seither wird dieser Pufferbereich als DMZ (Demilitarized Zone) bezeichnet. Da diesem Waffenstillstandsvertrag kein weiterer (Friedensvertrag) folgte befinden sich beide Länder praktisch noch im Krieg. Die DMZ (bzw. genauer die MDL) gilt auch als die bestbewachte Grenze überhaupt. Sie darf zwar von Angehörigen der Waffenstillstandskommission (MAC bzw. UNCMAC) betreten, aber nicht überschritten werden. Zusätzlich sei noch erwähnt, dass sich die Bevölkerung nicht unmittelbar der DMZ nähern darf. Ein weiteres Sperrgebiet ist südlich des Imjingang Flusses. Sozusagen ein Sperrgebiet für's Sperrgebiet.
Wer noch mehr wissen will liest bei Wiki nach.
http://en.wikipedia.org/wiki/Korean_Demilitarized_Zone

Interessant auch das Dorf Daesong-Dong, welches einen Sonderstatus besitzt und als einziges innerhalb der DMZ verblieben ist und seit dieser Zeit unter UN-Schutz steht. Dass für die Bewohner ein geregelter Tagesablauf unmöglich ist beschreibt dieser interessante Artikel aus der New York Times. In 2008 hatte das Dorf 218 Einwohner.

http://www.nytimes.com/2004/08/03/world/taesung-village-journal-in-a-dmz-that-bristles-less-the-villagers-are-at-home.html?fta=y

Das Bild wurde am Dora Observatory aufgenommen also unmittelbar an der DMZ. Der Blick geht gegen Norden. Leider war an diesem Tag wieder mal Sandsturm aus China (Wüste Gobi) angesagt, so dass zum ohnehin schlechten Wetter meine Fotos noch etwas trüber aussehen. Warum habe ich mein Panorama nicht unmittelbar an den Ferngläsern aufgenommen ? Prinzipiell sind Aufnahmen an diesen kritischen Orten untersagt und es gab eine Art Photo-Line, die ich nicht überschreiten durfte, auch wenn es den Anschein hat, dass ich hier alleine bin. Da gab es genug Militär und Beobachter, welche einem evtl. die Kamera, oder noch schlimmer die Speicherkarte weggenommen hätten. Ich wollte das nicht riskieren und somit gibt’s ein Pano von weiter hinten. Dennoch kann man Dinge ausmachen wie die Bahnlinie zwischen der Dorasan-Station (ROK) und Gaeseong Industrial Area (DPRK). Sieht man auch gut auf der Google-Karte. Gaeseong selbst (auch Kaesŏng - wäre schön wenn wir auf p-p mal Unicode-Text hätten) weiter nördlich ist die 5. größte Stadt in Nordkorea. Sie war im alten koreanischen Kaiserreich Goryeo einst Hauptstadt (bis 14.Jhrh.) - Goryeo Dynastie, daher auch der Name Korea. Spricht man Goryeo schnell aus klingt es eben wie Korea, und daher der Name.
Weiters sieht man den Sacheon River, entlang dessen etwa die MDL verläuft. Rechts sieht man den größten Flaggenmasten der Welt (Nordkoreanische Flagge) mit einer Höhe von 160m im sogenannten Propaganda-Village.

Warum habe ich nicht Panmunjon besucht ? Weil das an Wochenenden nicht möglich ist.

Wie hat man sich den „Besuch“ vorzustellen. Man sollte das schon vorab planen und buchen, da die Kapazitäten oft begrenzt sind. Viele Busunternehmer bietet aber geführte Touren ab Seoul an. Wir konnten Plätze in einem Bus ab dem Imjingak Tourist Centre buchen (direkt an der DMZ südl. der Civilian passage restricted line gelegen) und fuhren dort mit dem eigenen PKW hin. Kurz nach Abfahrt geht es über die Tongil-Brücke (Militärposten Passkontrolle) in die für die Bürger gesperrte Zone (nicht zu verwechseln mit DMZ). Entlang der Strecke sieht man links und rechts der Fahrbahn jene roten Lappen die auf vermintes Gebiet hinweisen und fährt zunächst zum 3.Tunnel mit Besichtigung (Third Infiltration Tunnel - darüber in Kürze mehr ), dann Dora Observatory und Dorasan Station (ursprüngl. Nördlichster Bahnhof Südkoreas - seit Dez. 2007 besteht Verbindung zum dem Gaeseong Industrial Complex – eine Sonderverwaltungszone innerhalb Nordkoreas betrieben von einem Südkoreanischem Gremium > http://en.wikipedia.org/wiki/Kaesong_Industrial_Region )

EOS400D, 10QF, 55mm (x1.62=KB), ISO-200, Av=11, Tv=1/250

Comments

Ob das ein gutes Panorama im hier üblichen Sinne ist, weiß ich nicht. Aber es ist Kunst. Großartig. Und bewegend. (Und - so flach das klingen mag: Bei dem Titel denke ich sofort an den Billy-Joel-Song "Leningrad". Wer wissen will, warum, möge nach dem Text googlen.) - Sehr schön, Hans-Jürgen, danke.
2009/04/05 03:08 , Arne Rönsch
Dank Dir Arne ! - Es ist aus dem Album "Stormfront". Die Passage lautet - Stop 'em at the 38th Parallel - Den ganzen Text habe ich hier gefunden http://ll-moral.org/BillyJoel.html. Ein schöner Text wie ich finde und in der Tat bewegend ... LG Hans-Jürgen
2009/04/05 10:29 , Hans-Jürgen Bayer
Andere Länder andere Sitten. Rüberfotografieren nicht, aber Rüberschauen schon, ist wohl auch wieder asiatische Ironie. Erinnert mich auch stark an asiatische Massenabfertigung (hab mal ne Kaffeefahrt in Vietnam gebucht) Auf jeden Fall ist das (Kriegs)Kunst was Du uns hier zeigst und ja auch Top aktuell. Gerade hab ich gelesen das die Ihre Rakete gestartet haben. L.g
2009/04/05 13:34 , Jannis Gligoris
Das mit dem Fotografieren habe ich beim Reiseführer nachgefragt. Lt. seiner Aussage möchte man jegliche Provokation mit dem Norden hinsichtlich in Medien veröffentlicher Bilder generell vermeiden. Das gleiche gilt auch für den 3rd Tunnel, bei dem es nur ein offizielles Bild gibt. Einmal Fernglasgucken kostet 500Won (ca. 90 Eurocent). Man kann die Posten dann beim "Beobachten" beobachten. LG HJ
2009/04/05 14:17 , Hans-Jürgen Bayer
Das Augenzwinkern 
ist Dir gelungen LG Walter
2009/04/06 15:37 , Walter Schmidt
Fast zum Schmunzeln 
...wenn's in Wirklichkeit nicht so traurig wär. Ein bewegendes Bild, wenn auch die Perspektive nicht glücklich ist, aber da muss man sicher die Situation vor Ort erst mal erlebt haben. Die Details im Hintergrund sind für die Bildaussage eigentlich nebensächlich, die gewählte Überschrift sagt fast alles. Top! Hast Du bei diesem Bild schon einmal eine SW-Ausgabe in Erwägung gezogen? LG Werner
2009/04/06 20:51 , Werner Schelberger
Einzigartig 
was Dein Pano samt Beschreibung angeht! LG Christian
2009/04/07 23:05 , Christian Hönig

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Hans-Jürgen Bayer

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