Eine Truppe von Grenzgängern   (4,0 based on 2 ratings)    viewed: 753x
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Location: Mittleres Saaletal, an einem Hang      by: Wolfgang Bremer
Area: Germany      Date: 02.06.2015
Die Thüringer Muschelkalkplatte mit ihrer Abfolge aus Karbonatgesteinen liegt auf Schichten des Oberen Buntsandsteins, der nach seiner Hauptfarbe auch der Röt heißt. Wenn Regenwasser beim Niederfallen durch die Luft saust, nimmt es Kohlendioxid auf und wird dadurch zu einer sehr schwachen Kohlensäure, die aber immerhin in der Lage ist, den Kalkstein anzugreifen und kleinstteilig aufzulösen. Dazu reicht kein verregnetes Wochenende, aber nach geologisch gesehen kurzer Zeit ist eine der Verwitterung zugängliche Kalkdecke verkarstet; jegliches Oberflächenwasser versickert in kleine und kleinste Spalten, bis es auf den lehmig-tonigen Röt trifft, der als Wasserstauer an seiner Oberkante einen markanten Quellhorizont
bildet. Liegt die Grenze Röt / Muschelkalk durch die Taleintiefung bereits an einem Hang und reicht die Wasserreserve im Kalk''schwamm'' für eine regelrechte Quelle nicht, so können sich immer noch feuchte bis vernäßte Hangbereiche bilden, im idealen seltenen Fall sogar Hangquellmoore, freilich nur an Nordhängen.
Einen solchen durch im Boden austretendes Schichtenwasser bevorzugten Bereich nutzt das Helmknabenkraut (Orchis militaris), um ohne Schaden über das bisher gefühlt regenfreie ostthüringer Jahr 2015 zu kommen. Ein selbst für verwöhnte Saaletaler ansehnlicher Trupp ist hier angetreten, nicht ohne zwei extra stattliche Hauptmänner.

Bei den bisherigen Orchideengängen habe ich dieses Jahr schon sechs Ausgrabungen gesehen, u. a. fehlt ein schöner kleiner Horst von Brandorchis (Orchis ustulata) oder Hybriden mit Brandorchis-Beteiligung (bin da unsicher), den ich noch Ende Mai habe blühen sehen. Über den Standort kann ich deshalb wieder schweigen wie die Vöglein im Walde.
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Summary: When rainwater has passed through the limestone layers in eastern Thuringia, it stops hitting upon the upper layer of sandstone, called Röt = red because of its colour. Where the dammed water comes
out and moisturizes the ground, plants like Helmknabenkraut (Orchis militaris) can better resist our areas dry spring in 2015.
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Kamera : Olympus VR-320
Bilder : 6x JPG QF freihand
Brennweite: 24,4 / 138
Blende : F5,8
Belichtung : 1/250 bei ISO 400
Software : Hugin, Gimp, IrfanView

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Comments

Das Gras sieht eigentlich noch ganz grün aus für die Trockenheit. Ich war in der letzten Zeit zweimal in der Windsheimer Bucht unterwegs, wo auf den Wiesen fast nur noch Gelb (oder sogar Braun) und kaum noch Grün mehr zu sehen war.
Erstaunlich auch, dass das Helmknabenkraut dieses Jahr bei Euch Anfang Juni noch geblüht hat, in der Frankenalb war das Ende Mai schon vorbei. Ein Einzelporträt dieser Pflanze mit ein paar Hintergrundexemplaren habe ich gezeigt unter: http://panoramen-und-natur.de/index.php/vertikale-panoramen/64-helmknabenkraut
2015/06/18 18:11, Wilfried Malz

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Wolfgang Bremer

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